Bahnmotive der Strecke Halle/S. - Sangerhausen - (Kassel)  
     
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  Seite 2 Halle/S. Hbf bis Teutschenthal Seite 11 noch keine Inhalte hinterlegt  
  Seite 3 Bahnhof Teutschenthal bis Röblingen a See Stw Ar Seite 12 Sangerhausen bis Blankenheim  
  Seite 4 Röblingen a See Stw Ar bis Röblingen a See Posten 17b Seite 13 noch keine Inhalte hinterlegt  
  Seite 5 Im Bahnhof Röblingen a See Seite 14 Eisleben - Röblingen a See Westseite  
  Seite 6 Im Güterbahnhof Röblingen a See Seite 15  Im Güterbahnhof Röblingen a See  
  Seite 7 Röblingen a See bis Eisleben Seite 16 Im Bahnhof Röblingen a See  
  Seite 7.1 Anschluss Braunkohlenwerk Halde Helfta Seite 17 Röblingen a See  Posten 17b bis Amsdorf  
  Seite 8 Eisleben bis Blankenheim Seite 18 Amsdorf bis Halle/Saale  
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  Röblingen am See - Eisleben  
     
 

Am 13.06.81 stand Patrick Wiktor am alten Überweg an der Westseite in Röblingen, als 44 0056 diese stimmungsvolle Ausfahrt hinlegte. Im Sommer ist es ja bei Ölloks ziemlich schwierig, bei abgestelltem Ölbrenner Stimmung in das Bild zu bekommen. Auch die Dampfkondensation fehlt bei der Wärme. Wenn aber der Ölbrenner in Betrieb ist und eine Menge Öl gerade nicht vollständig verbrannt wird, klappt es auch im Sommer.

 
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Patrick Wiktor
     
 

Die einzige Hauptstreckenleistung einer röblinger Dampflok in den 70er und 80er Jahren vor einem Personenzug war der P16550 werktags nach Eisleben. Kaum 15 Minuten Fahrt. In dem Plan wurde mir der weitere Dienst regelrecht langweilig. In Eisleben drumherum fahren, dann mindestens E 851 und P 9577 vorbei lassen und leer nach Röblingen zurück. Zug wegstellen und restaurieren. So wurde es ca. 11 Uhr. Die nächste Leistung war P 16553 nach Vitzenburg um 15:19 Uhr. Also 4 Stunden dazwischen kein Fahrdienst.

 
       
 

 

Putzen und bisschen Fotografieren waren kein wirklicher Ersatz. An einem Wochentag im August 1980 kommt 52 8033 mit diesem Zug aus Gleis 4 und schwenkt auf der Westseite in das Richtungsgleis nach Eisleben. In dem Nachschuss sieht man links noch die zur Müllkippe umfunktionierte ehemalige Grube Wilhelmine. Heute ist diese Art der wilden Abfallentsorung nicht mehr vorstellbar. Damals war es normal ...

 
       
 

Es war abzusehen, dass die Verbindung Erfurt-Brest, die für die russischen Streitkräfte eingerichtet war, nicht ewig Bestand haben würde. Bisher kaum beachtet, wurden diese Züge plötzlich interessant. Am 15.09.91 brachte 118 723 den Zug nach Erfurt und passiert hier Röblingen in Höhe des Ausziehgleises vom Güterbahnhof.

 
       
 

132 197 hat am 27.04.91 die Aufgabe, einen Kohlezug aus dem röblinger Revier westwärts zu befördern. Der Zug schwenkt gerade - aus dem Güterbahnhof kommend - in das Streckengleis Röblingen - Eisleben ein. Im Vordergrund das Ausziehgleis der Ablaufanlage - noch voll in Betrieb.

 

 
       
 

111 025 vom Bw Röblingen ist zum Bauzugeinsatz abgestellt und macht sich am 27.04.91 auf den Weg zur Baustelle nach Blankenheim-Trennungsbahnhof, denn dort waren die Arbeiten zur Elektrifizierung der Strecke Halle-Sangerhausen Ende April 1991 in vollem Gange. Dem Personal wird der Dienst recht stressfrei erschienen sein. Im Ausziehgleis rangiert derweil 112 546.

 
       
 

Wenn der Zug dann die letzten Weichen des Bahnhofs Röblingen verlassen hatte, ging es sofort zur Sache, denn die anschließende Steigung war - und ist - 20 km lang. Aber der kurze Güterzug - das war der Dg 50606 Röblingen - Nordhausen, der Röblingen planmäßig um 16:27 Uhr verließ - hat sicher keine Probleme gemacht. Eine 44.0 hätte den Zug allein bis zu einer Planlast von 1150 t genommen.

 

 
     
  Hp Erdeborn - Bk Erdeborn  
     
 

44 0546 donnert am 18.10.81 durch Erdeborn. Den Gerüchten nach sollte das bald zu Ende sein. Das Öl war alle oder zu schade, um es in Lokomotiven zu verbrennen. Wann die Abstellung erfolgt, erfuhr man nicht. Die Einsätze wurden seltener und so nutzte man jede Gelegenheit, eine zu erwischen - bei jedem Wetter. An diesem Tag habe ich nur eine 44er gesehen. Es war dunkel und die Lok raste durch und 1/125 Sekunde reichte nicht ... Es war meine letzte Plan-44er-Aufnahme. Das wusste ich an diesem Tag aber nicht.

 
     
 

44 0378 bringt einen Nahgüterzug aus Röblingen nach Nordhausen. Der erste Anstieg macht sich bereits an der abnehmenden Geschwindigkeit vor der Blockstelle Erdeborn bemerkbar. Es ist ein warmer Herbsttag, der 08.10.80, an dem ich paar hundert Meter oberhalb der Zuckerfabrik das Foto aufgenommen habe.

 
     
  Bk Erdeborn - Bhf Helfta   
       
 

Eine unbekannte 132 hat einen klassischen vierteiligen Doppelstockzug am Haken. Am 27.04.91 entstand die Aufnahme am Standort der ehemaligen Blockstelle Erdeborn.

 
       
 

44 1101 durchfährt um das Jahr 1955 herum die so genannte Grenzbrücke bei Erdeborn. Bemerkenswert die Gleislage. 44 1101 (Borsig 1942) wurde 1942 im Bw Mochbern stationiert und war auch im Jahre 1981 beim Bw Sangerhausen noch im Dienst.

 
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Fritz Menzel, Erdeborn
       
 

38 3515 kommt danach vorbei. Vielleicht kommt sie auch vorher. Das weiß man heute nicht mehr. Interessant ist die Fuhre aber allemal.

 
Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Fritz Menzel, Erdeborn
       
 

132 401 war Stammlok auf der Strecke. Hier bei Helfta am 27.04.91 mit einem D-Zug.

 
       
 

44 0858 passiert am 28.08.81 die Überholungsgleise in Helfta. Links der Anschluss Halde Helfta, über den in den 70er und 80er Jahren das Gestein in den Tagebau Etzdorf abgefahren wurde um die Gleise der Werkbahn zu stabilisieren. Alle Anlagen sind weg. Etwa in Höhe der Lok liegt nun die Umgehungstraße zur A 38. In den ausgehenden 50er Jahren ist die Sangerhäuser 44 1393 über das linke Überholungsgleis gefahren und hat am Schutzstumpf nicht die übliche Fahrtrichtung wieder in das Hauptgleis nach Erdeborn genommen, sondern ist mehr nach links in Richtung Seeburg 

 
 

abgebogen, wobei allerdings nach reichlich 100 m auf einem Feld der späteren Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) Schluss war, weil da ja keine Gleise lagen. Die KAP hat später eine extra Straße für Eisenbahnfotografen gebaut, die KAP-Straße :-), die immer ein willkommener Bypass zur ständig überfüllten B80 war.

 
       
 

Aus den Unterlagen des Bw Röblingen, die in letzter Minute aus dem Abfallcontainer gerettet werden konnten:

Eisenbahn-Betriebsunfall am 18.04.46 Stunde 10 am Standort des Einfahrsignals des Bf Eisleben km 36,9 der
Strecke Halle-Sangerhausen

Am 18.04.1946 um 10:11 Uhr fuhr die Schlz (Lok 44 081) des P 592, die mit dem Zug nicht gekuppelt war, auf den
am Standort des Einfahrsignales A des Bf Eisleben in km 36,9 der Strecke Halle-Sangerhausen auf den im falschen
Gleis (Eisleben-Oberröblingen/See) haltenden P 592 auf. Der am Schluss des P 592 laufende Packwagen schob sich durch den starken Aufprall auf den nächst folgenden Personenwagen auf. Beide Wagen wurden dabei vollständig zertrümmert, die Stirnwand des nächstfolgenden Personenwagens wurde eingedrückt.

Die Schiebelok wurde in Oberröblingen/See im Auftrag des Fahrdienstleiters (Fdl) (...) an den P 592  gesetzt. Die Schlz
beförderte noch einen G-Wagen, der mit einem sowjetischen Begleitkommando besetzt war. Ein sowjetischer Offizier
des Kommandos nahm auf dem Führerstand der Schlz Platz. Nach Aussage des Aufsichtsbeamten (..), auf Bahnhof
Oberröblingen/See, hat der sowjetische Offizier verlangt, dass die Lok nicht mit dem P 592 gekuppelt werden sollte.
Der Aufsichtsbeamte (...) hat den sowjetischen Begleitoffizier, der etwas Deutsch konnte, darauf hingewiesen,
dass dies gegen die Vorschrift sei. Der sowjetische Offizier bestand aber auf seiner Forderung, weil das sowjetische
Begleitkommando auf der freien Strecke zur Überprüfung der Kolonnen, die das Gleis Oberröblingen-Eisleben abbauten,
aussteigen wollte.

Die Schlz blieb kurz nach der Anfahrt des P 592 in Oberröblingen/See vom Zuge ab und fuhr in längerem Abstand
hinter dem P 592 her. Sie hat sich bis zur Unfallstelle nicht wieder an den Zug gesetzt. Nach Angaben des Lokführers
hat die Schlz etwa 100m vor dem Empfangsgebäude des Bahnhofs Helfta gehalten. Der Lokführer will den Fdl in Helfta
bei langsamer Vorbeifahrt gefragt haben, ob er weiterfahren könnte. Der Fahrdienstleiter in Helfta, RB-Sekretär (..),
soll dies bejaht haben. (...) behauptet, dass der P 592 noch am Bahnsteig gehalten hat, als die Schlz noch ungefähr 20 m an den Zugschluss herangefahren war. Der Lokführer hätte auf sein Befragen erklärt, er führe wieder an den Zug heran. Der Zug habe sich kurz darauf in Bewegung gesetzt, (...) habe dann die Posten 24 und 25 verständigt, dass die Schlz eventuell nicht am Zug sei. Die Schlz hat dann nochmals etwa 5 Minuten auf der freien Strecke gehalten und fuhr dann mit etwa 30 km/h auf den noch haltenden P 592 auf.

 
 
 
   
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack dresden     letzte bearbeitung 05.12.09   home