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Eisenbahn l Deutschland l Schmalspurbahn 750 mm | ||
| Radebeul-Ost - Radeburg und zurück (Lößnitzgrundbahn) | |||
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| Von Radebeul-Ost nach Radeburg - Erinnerungen an die Reichsbahnzeit und ein Blick in die Gegenwart | ||
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Am 17.09.81 steht ein Personenzug mit der Lokomotive 99 1773 am Radebeuler Haltepunkt Weisses Ross. Die Fahrgäste warten am Packwagen und wollen eine Fahrkarte zur Mitfahrt kaufen. Das dauert. Der Heizer hat schon ordentlich eingeheizt. Dem fällt dann aber ein, dass man doch noch ein paar Fotos machen könnte, denn die Fahrkartenverkaufsaktion zieht sich hin. Also schaut Lokführer Thomas P. mal ein bisschen fotogen aus seinem Fensterchen, vor der Lok steht niemand und das Ambiente stimmt, obwohl wir seinerzeit die vermeintliche Romantik nicht wahrgenommen haben. Die Lok hat an der Rauchkammer ein Schild verpasst bekommen, auf welchem an 100 Jahre Schmalspurbahn in Sachsen erinnert wird. Aber musste man das Schild unbedingt v o r die Loknummer setzen ? Da hat es wohl am |
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besten gehalten. Seitdem sind fast 29 Jahre vergangen. Mein letzter Besuch bei der Lößnitzgrundbahn liegt im Grunde fast genau so viele Jahre zurück. Obwohl ich hier knapp 4 Jahre nebenbei als "Linksaußen" auf den Lokomotiven der Gattungen IV K, VI K und den Neubauloks der Baureihe 99.77-79 - nicht exakt manchmal als "VII K" bezeichnet - Gelegenheit hatte, Dienst zu tun und jede Schwelle kannte, gab es wenig Veranlassung, später öfter wieder mal vorbeizuschauen. Das ein oder andere Foto entstand schon mal, wenn ich in der Gegend war aber irgendetwas hielt mich davon ab, hier mal wieder so richtig loszulegen. Dabei ist es ein schönes Ziel und es liegt auch gleich "um die Ecke". Die Landschaft ist äußerst reizvoll und es dampft. Jeden Tag. Was will man eigentlich mehr ? |
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Ja, genau, was will man eigentlich mehr ? Das habe ich mich am 08.09.09 auch mal wieder gefragt und die Antwort konnte nach so langer Zeit nur lauten: Fahr mal wieder hin und schau dir an, was draus geworden ist. Der Weg führte - das obere Bild von 1981 gedanklich im Kopf - wieder zum Haltepunkt Weisses Ross. Spontan entfuhr es mir: Ist das hier schön geworden ! Frisch gefliest. Sieht aus, wie im Badezimmer. Ist das noch Kleinbahnromantik ? Egal, jetzt wird hier fotografiert. Der Rest passt auch nicht, angefangen vom hundertprozentigen Gegenlicht und den im Vergleich zu früher unromantischen Lampen und dann eben dieser Bahnsteig, nee, nee, nee... Wenigstens hat man den alten Telegrafenmast stehen gelassen. Und es kommt eine Einheitslok, die gab es früher hier nicht. Wegen dem Wasser. Genauer gesagt, wegen dem Kalk im Wasser. Mehr dazu aber weiter unten. |
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Also hier musste ich noch einmal hin, bei besserem Licht, obwohl hier wohl nur zur Sommersonnenwende morgens um drei die Sonne einigermaßen richtig steht... Am 21.09.09 war die Wetterlage stabil und das Licht versprach schöne Fotos. Von großem Vorteil ist es, wenn man sich frühmorgens auf den Weg macht, da ist man allein unterwegs und niemand stört die Aufnahmen. Der erste Zug des Tages steht noch mächtig im Schatten, da probiere ich das mit dem nächsten Zug noch einmal. Gesagt getan und Stativ aufgestellt. Man brauchte es bei dem Licht vielleicht nicht wirklich, aber verkehrt kann es auch nicht sein, denn drei "Wackelebenen" sind schon mal beseitigt. Und wenn man Zeit hat, sollte man es benutzen. Dann heißt es warten. Dann kommt der Zug. Wenn man Glück hat, kommt |
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nur der Zug, denn wie schon hundert mal erlebt, füllt sich der Bahnsteig und wie auch schon hundert mal vorher hofft man, dass die Leute nicht vor der Lokomotive herumspringen, dann war es das mit dem Foto. Reisende, die als solche zu erkennen sind, stören weniger aber wenn andere Fotografen im Bild stehen - das geht ja gar nicht :-) Und das ist ein Tag, wo genau das passiert. Und dann ist das auch noch eine Frau, die sich da in das Bild stellen will. Und dann ist die auch noch hübsch. Wie komme ich jetzt bloß zu meinem Foto ? Das wird nicht ganz einfach werden, da ich höflich bleiben möchte :-). Bei einer Horde so genannter "Eisenbahnfuzzis" wüsste ich schon, wie ich mir ein freies "Schussfeld" schaffen würde, aber in diesem speziellen Fall muss man das anders angehen. Wie das ausging, konnte man |
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| eine Katastrophe dar. Die kommen mir nicht auf ein Foto, jedenfalls nicht bei einer solchen dampfbetriebenen kleinen Bahn. Damit ich nicht falsch verstanden werde, technisch ist den geltenden Standards selbstverständlich Rechnung zu tragen, das ist überhaupt keine Frage. Und niemand wünscht sich heute einen halb verfallenen Schuppen zurück, um den die Öllachen schillern. Keinen vom Lokpersonal wird es heute stören, wenn die Beladung der Loks mit Kohle durch einen Bagger erfolgt. Aber fotografisch war es früher eben einfach reizvoller. Die gestylte Oberfläche verdeckt das alte Flair. Mag schon sein, dass die heutige Zeit die extensive touristische Vermarktung erfordert. Dass es funktioniert in Sachsen, kann man auch nicht bestreiten. Man gewinnt aber in dieser Republik zunehmend den | |||
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| Eindruck, dass die Anzahl der Mitarbeiter mit vermeintlich betriebswirtschaftlichem Hintergrund gepaart mit fehlendem Fachwissen über die Eisenbahn die Anzahl der Betriebseisenbahner weit übertrifft. Die DB AG nimmt da durchaus eine Vorreiterrolle ein. Dass es der falsche Weg ist, wenn man sich in katastrophaler Manier tot spart, demonstriert die Tochter S-Bahn Berlin gerade in eindrucksvoller Weise. Wo sind jetzt die Geldstrategen, die Betriebswirtschaftler, die hoch bezahlten Manager ? Wie kann es passieren, dass die sich selbst kaputt rechnen ? Wie blöd muss man eigentlich sein, dass man seine Einnahmequelle so in den Dreck setzt ? Millionen werden ausgegeben für eine Corporate Identity. Ein paar auf der S-Bahn-Gehaltsliste stehende Pfeifen reißen alles in ein paar Wochen ein. |
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Wo waren eigentlich die, die denen auf die Finger schauen sollen ? Nehmen die ihre Kontrollfunktion wahr ? Wenn nicht, werden Sie zur Verantwortung gezogen ? |
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| Radebeul-Ost Juli 1980 - Dem Foto links fehlt das Drumherum. Es ist besser, etwas vom Interieur des Bahnsteiges mit auf das Bild zu nehmen, so wie im rechten Bild, als 99 713 am 05.05.80 auf den Abfahrauftrag wartet. | ||||||
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Es ist eine alte Geschichte und hier liegt wohl das Problem. Wer nicht kontrolliert wird, spart zuerst an der Sicherheit oder macht einfach, was er will. Man könnte denken, es steckt Absicht dahinter, denn diese Schäden an Radsätzen und Bremszylindern traten nicht überraschend auf, sondern sind technisch völlig zu beherrschen, wenn man sich nicht vorsätzlich gegen jede Erfahrung in der Fahrzeuginstandhaltung stemmen würde und endlich das nötige Geld bereit stellt um einfach mal ausreichende Instandhaltungskapazitäten zu schaffen. Nun haben Berlin und die Republik jedenfalls richtig was zu lachen, es ist aber einfach nur traurig. Wie auch immer, die Lößnitzgrundbahn wäre heute vielleicht nicht mehr in Betrieb. Sie stand Mitte der 90er Jahre ziemlich auf der Kippe. Die Übernahme durch die BVO und nun durch die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH und nicht zuletzt die jahrzehntelange Arbeit des Radebeuler Traditionsbahnvereins hatte Erfolg. Der "Lößnitzdackel" hat begeisterte Freunde und vielen Touristen reicht einfach, dass es dampft. Und dass es noch dampft ist eigentlich das Wichtigste. Aber dass es sicher zugeht auf diesen Gleisen, ist noch wichtiger. Man darf nie vergessen, dass es sich um eine "richtige Eisenbahn" handelt und nicht um Spielzeug. Mancher Zeitgenosse hat das nicht begriffen. |
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Es fing 1977 an. Ein Freund finanzierte das Studium als Heizer auf Loks dieser Bahn. Er schwärmte abends oft davon. Ein paar Monate später war ich überredet und begann, ebenfalls zunächst von studentischer Geldnot getrieben, dort zu arbeiten. Man fing als so genannter Schuppenheizer an. Also Hunte mit Kohle füllen, Schlacke wegschaufeln, aufräumen usw. Drecksarbeit genau genommen. Mich hat es nicht gestört, es roch nach Dampf, Öl und Qualm und die Loks kamen ja regelmäßig an "meine" Bekohlung. Die Hunte wurden dabei mit dem kleinen Kran hoch gezogen und mittels einer einfachen Kippvorrichtung entladen, wie rechts zu sehen. |
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| 99 1772 steht am 07.02.82 am Wasserkran in Radebeul-Ost. Der Webmaster dreht am Rad. Der Kokskorb sollte das Einfrieren verhindern. | ||||
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Das wäre noch eine Weile so weiter gegangen, aber es kam anders. Nach 4 Wochen stand der Pfingstverkehr 1978 an und der Dienststelle fehlte ein Heizer für die Feiertage. Ich gab an, Zeit und Lust zu haben, hatte aber noch keine Prüfung abgelegt. Innerhalb von ein paar Stunden war das von unserer Dienststelle Bw Nossen organisiert und am nächsten Wochenende war ich im Fahrdienst. Die Kohlehunte mussten weiterhin selbst per Schaufel gefüllt werden, denn es war ja nun kein Schuppenheizer mehr da. Das war egal. Von Anfang an war es nicht Arbeit im Wortsinne. Ohne den Ernst |
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| 99 1772 am 07.02.82 am Kohlenkran in Radebeul-Ost. Der Lokführer kippt die Kohle in den Kohlenkasten der Lokomotive. | ||||
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der Arbeit zu unterschätzen, hat es doch in
erster Linie Spaß gemacht. Wann hatte man schon Gelegenheit, solche
Tätigkeit auszuüben. Allerdings konnten wir es uns aussuchen, ob wir eine
Schicht (oder auch mal zwei hintereinander) machen wollten. Man wurde auch
betriebsdienstlich nicht dümmer und lernte "spielend", wie das System
Eisenbahn funktioniert. Klar war es nicht die große Welt, in die man fuhr,
aber was machte das schon. Steigungen gab es, Klänge und romantische
Streckenabschnitte durch den Lößnitzgrund und die Moritzburger Teichlandschaft. |
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| 99 1772 steht am 07.02.82 am Bahnsteig in Radebeul - Ost | |||
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ungefähr 1978 keine besondere war. Es hieß, die kam aus Mosambik. Der nächste Weg also. Wirtschaftlicher Schwachsinn eigentlich, aber die Situation in Polen war aus Sicht der DDR-Oberen Ende der 70er Jahre schon mehr als brenzlig und da hat man wohl vorgesorgt und Polen beizeiten als Lieferant umgangen. |
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| Es ist der 07.02.82 am Bahnsteig in Radebeul - Ost. Der Zug ist bereit gestellt, die Bremsprobe ist erledigt und nun ist noch etwas Zeit bis zur Abfahrt. Eine typische Szene. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wenn auch seinerzeit alles etwas weniger hektisch zuging. Der Schwatz mit der Aufsicht - oder wie hier mit der Zugführerin - gehörte einfach dazu. Das rechte Bild zeigt nun den Arbeitsplatz des Lokführers auf der 99 1772. Es ist alles nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht. Man kann aber nicht abstreiten, dass besonders Leute, die zum ersten Mal einen solchen Führerstand sehen, mächtig beeindruckt bis ziemlich ängstlich sind. Ging mir anfangs auch so. | |||||
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Viel interessanter, auch aus der Sicht des Heizers, waren die Güterzüge, die fast immer bis zur Grenzlast ausgelastet waren. Da brannte das Feuer bei dem hohen Anstrengungsgrad doch viel besser und gleichmäßiger, jedenfalls gefühlsmäßig. Gefühle durfte man ansonsten auf der Lok nicht zeigen wenn man Güterwagen auf Rollfahrzeugen hinter sich wusste. Der hohe Schwerpunkt der Wagen und die daraus resultierende Schaukelei der Fuhre konnten schon Angst machen. |
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| 99 1794 im August 1985 im Haltepunkt Lößnitzgrund | |||
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Auch das ist der Haltepunkt, 24 Jahre später. Hat sich doch ganz schön verändert. 99 1747 befördert einen Personenzug. Die Lichtverhältnisse im Lößnitzgrund sind insgesamt recht schwierig und praktisch alle Züge bis zum frühen Nachmittag verkehren - fotografisch gesehen - im Gegenlicht. |
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| 99 1747 im Oktober 2009 im Haltepunkt Lößnitzgrund | |||
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Die Angst war nicht unbegründet, denn so ein Zug kippte nicht nur einmal um. Wie so etwas aussieht, konnte man zum Beispiel im Rabenauer Grund sehen und davon gibt es auch paar Bilder. Diese hier entstanden im April 1993, als ein Kohlezug, der es mit Doppelbespannung bis hierher geschafft hatte, an der denkbar ungünstigsten Stelle das Gleis |
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verließ. Denkbar ungünstig deshalb, weil mit den üblichen Bergungstechniken hier nichts zu machen war und noch immer nicht ist. Wie sollte man auch mit einem Kran hier heranfahren ? Nicht mal der seinerzeit übliche Kleinbus, mit dem man das Aufgleisgerät transportierte, hatte hier eine Chance. Was blieb, war nur, sich aus der Luft zu helfen. Man setzte also Hubschrauber ein und transportierte den Haufen stückchenweise ab. Irgendwo im Rabenauer Grund soll es heute noch Schrottreste von so einem Unfall geben ... |
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| April 1993, Fotos mit freundlicher Genehmigung von Herrn Torsten Döring, Dresden | ||||
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Unfälle mit Güterzügen muss man heutzutage aber nicht mehr befürchten, denn 1992 endete der Güterverkehr mit Rollfahrzeugen offiziell auf der 750 mm - Strecke von Radebeul-Ost nach Radeburg. Dieses Verfahren, bei dem man Normalspurgüterwagen über eine Rollwagengrube auf |
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schmalspurige Rollfahrzeuge verladen hat, war lange üblich und so selbstverständlich, dass ich es es relativ selten fotografiert habe. Ein Begleiterwagen für Zugführer und Rangierer war im Zugverband auch die Regel. Vor den blühenden Landschaften gab es in Radeburg eine blühende Industrie und so musste regelmäßig die Höchstlast, die für eine 99.77-79 nach meiner Erinnerung bei ungefähr 300 t lag, den Berg hinauf geschafft werden. Besonders eindrucksvoll war der Sound der Lokomotiven dann im Lößnitzgrund, den man sich anhand der beiden Bilder vielleicht anschaulich vorstellen kann. |
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| 99 1794 im August 1985 in Friedewald, kurz vor dem gleichnamigen Haltepunkt. | ||||
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In Friedewald war es dann fast geschafft und das Stück zum Dippelsdorfer Damm nutzte der Lokführer zum "Rohreblasen", was nichts anderes bedeutete, als dass die Steuerung etwas weiter als nötig ausgelegt worden ist und der entstehende Saugzug Aschereste von den Rauchrohrwänden mitriss. Diese 200 m waren mir rein klangmäßig die liebsten. Dann war auch das Feuer bisschen mehr aufgeräumt oder hatte dann eben richtige Löcher, aber die konnte man bis Moritzburg im wesentlichen "stopfen". Der Rest der Strecke war dann kein Problem mehr. |
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| 99 1794 mit Güterzug im August 1985 im heutigen Friedewald Bad, damals nur Friedewald. | |||
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Am 07.02.82 zeigt uns das Einfahrsignal Moritzburg " Halt". Da es aus irgendwelchen Gründen ewig gedauert hat, ehe der Gegenzug in den Bahnhof Moritzburg eingefahren kam, haben wir dort eine kleine Fotosession veranstaltet. Zuglok war 99 1772. Ganz einfach ist das mit so einem hohen Signal aus fotografischer Sicht auch nicht, denn ein gehöriger Anteil heller | ||||
| Himmelsfläche will beherrscht sein. Der Einsatz der Einheitsloks mit Speisepumpe und Oberflächenvorwärmer machen die Fotos von der Strecke heutzutage doch wieder interessant. Diese Loks hatten wir früher in Radebeul nicht, da das harte Wasser u.a. zu Ausfällen der Pumpensteuerungen führen konnte. Um die Bildung von Kesselstein zu verhindern, wurde dem Speisewasser deshalb Soda und ein Aufbereitungsmittel (z.B. Skiantan) zugesetzt. Das musste richtig dosiert in die Wasserbehälter gegeben werden und der Lokführer hatte das schriftlich nachzuweisen. Darüber habe ich mir damals aber noch keine Gedanken gemacht. Ich hatte mit der Schlacke auf dem Rost genug zu tun, denn davon gab es mehr als reichlich... | |||||
| 99 1772 am 07.02.82 in Moritzburg, oben 99 1741 am 14.05.08 bei Bärnsdorf | |||||
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Am 07.05.80 (links) und im August 1985 sind jeweils Güterzüge mit 99 1772 bzw. 99 1794 in Radeburg angekommen. Die werden gleich ausrangiert und dabei auf Baustoffwerk, Glaswerk und Schamottewerk verteilt. |
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Manche Dienste in Radeburg begannen am Nachmittag und endeten am nächsten Morgen. Es gab damals noch eine Übernachtung im Lokschuppen in Radeburg. Und es gab jede Menge Zeit für Fotos. |
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| 99 1772 hält Nachtruhe in Radeburg am 07.02.82 |
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| Von Radeburg zum Anschluss Schamottewerk | ||
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Links kommt im Januar 1981 die 99 1772 auf dem Anschlussgleis zum Schamottewerk zurück in Richtung Radeburg gefahren. Die Fotos von dem Gleisanschluss sind sehr dünn gesät. |
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| Von Radeburg nach Radebeul-Ost - Erinnerungen an die Reichsbahnzeit und ein Blick in die Gegenwart | ||
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Es ist der 02.02.81. Einen Tag vorher haben wir - soweit ich mich erinnere - 99 1773 schadhaft abgestellt, so dass nur 99 1772 für den Personenzugdienst verfügbar war. Aber der Güterzugdienst nach Radeburg musste gefahren werden, der seinerzeit täglich - teilweise mit zwei Übergaben - stattfand. Man "erinnerte" sich der Museumslok 99 713 und heizte sie abends an. Wir wussten das bei Dienstende nicht, denn man versuchte, die 1773 zu reparieren. Große Überraschung bei Dienstbeginn, dass der Dienst auf der VI K stattfinden sollte und ich witterte Fotogelegenheiten, die wirklich einmalig wären, denn ich konnte mich nicht erinnern, dass wir die 99 1713 schon mal vor einem Güterzug hatten. Zeit für ordentliche Schilder war offenbar nicht, |
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| 99 1713 am 02.02.81 in Radeburg | |||
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denn zwei fehlten ganz und vor
und hinten waren handgemalte Schilder dran. Leider hatte ich an dem Tag nur
noch 5 oder 6 Dias zum "Verknipsen". Das ist dann etwas
ärgerlich, wenn man sich so zurückhalten muss. |
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| 99 1773 im Sommer 1981 auf dem Dippelsdorfer Damm | |||
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kann. So entstand das Foto mit 99 1773 und einem kurzen Güterzug an einem schönen Sommertag des Jahres 1981. Bei der Einfahrt in den Bhf Moritzburg mit dem Personenzug und 99 1781 am 06.07.80 über die Weiche in Richtung Radebeul hörte es sich nicht an wie sonst. Die Fuhre hielt noch in der Weiche an. Obwohl es kein Problem darstellt, mit dem Deutschlandgerät die Lok wieder auf die Schienen zu stellen, dauerte die ganze Aktion ungefähr 6 Stunden, was Folgen hatte, denn es wartete am Abend im Studentenwohnheim ein Kasten Radeberger Export Bier ( selten, denn es war 1980 ! ) Als die Lok aufgegleist und nach x |
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Probefahrten über die Weiche die Schuldfrage - wie fast immer - zuungunsten der Bahnmeisterei geklärt war, schwand die Hoffnung, dass bei der Ankunft im Wohnheim gegen Mitternacht noch ein Radeberger übrig ist. Ich lag mit der Vermutung dann völlig richtig. So etwas bleibt nun im Gedächtnis, komisch... Immer noch Moritzburg am 06.07.80, 3 Stunden nach der oben beschriebenen Entgleisung. Die Probefahrten, die ungeplante Aufenthaltszeit und das daraus resultierende "Schnippelwasser" im Wasserstandsglas ruft uns den Spruch - Dampf kannste hamm, Wasser musste hamm ! - in Erinnerung. In Moritzburg gibt es aber keinen Wasserkran. Ein freundlicher Anwohner half aus, in dem er anbot, einen |
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Schlauch aus seinem Garten direkt am Bahnhof zur Lok zu legen und unsere Wasserbehälter zu füllen. Das Wasser lief ungefähr 2 Stunden, obwohl der Schlauch fast Feuerwehrgröße hatte. Zwei Sachen sind bemerkenswert. Damals waren wir fast ein bisschen beschämt, als wir auf diese Weise Wasser nehmen mussten, heute ist das Füllen mit dem Schlauch selbstverständlich geworden, wenn Museumslokomotiven unterwegs sind. Aber man frage heute mal einen Anwohner, ob er mal 5 Kubikmeter Wasser spendieren kann ? An der gleichen Stelle habe ich am 02.02.81 die Museumslok mit dem o.g. Güterzug aufgenommen. |
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| 99 1713 am 02.02.81 in Moritzburg | |||
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Nach der Entgleisung am 06.07.80 im Bahnhof Moritzburg stehen wir mit der 99 1781 abfahrbereit und ohne Zug zur Rückfahrt nach Radebeul bereit. Die Loks wurden dann üblicherweise noch einmal fahrwerksmäßig in Ruhe untersucht und meist ging es dann bei solchen relativ unbedeutenden Entgleisungen wieder auf die Strecke. |
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| 99 1781 am 07.07.80 in Moritzburg | |||
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Fast wie früher. 99 1747 rollt an einem schönen Oktobertag des Jahres 2009 zwischen dem Haltepunkt Friedewald und dem Haltepunkt Lößnitzgrund mit einem Zug bergab. Der Zug gaukelt uns Reichsbahnzeiten vor. Tatsächlich sind nur die ersten 3 Wagen im Reichsbahnstil mit der entsprechenden Beschriftung erhalten, aber das reicht für dieses Foto. Das ist wirklich eine idyllische Gegend, wie man sieht. Die Idylle wäre perfekt gewesen, wenn das Pferdchen, das da im Vordergrund bis vor ein paar Minuten noch fotogen und ganz still herumgestanden hatte, nicht in die andere Ecke seiner Weide getrottet wäre, weil es da was zu Fressen gab. Kann man es ihm verdenken ? |
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| Was sollte auf einem Eisenbahnfoto zu sehen sein ? Eisenbahn ! Und Landschaft ! Richtig. Und man sollte erkennen können, wo es ist. Man schaut sich später ein Foto mit mehr Interesse an, wenn man die Veränderungen der Örtlichkeit nachvollziehen kann. Am Weissen Ross treffen Spitzhaus, Weinberge, Signaltafeln und die alte Telegrafenleitung zusammen. Dazu erfreuen uns die alte Einheitslok und die alten Wagen. Es könnte so schön sein, wenn da nicht der neue Bahnsteig wäre. Wir finden uns einfach mal fotografisch damit ab und setzen den als gestalterisches Element ein und überhaupt, es läuft sich sehr schön auf diesem Bahnsteig, zumal in sehr netter Begleitung... :-) | |||
| 99 1747 am 21.09.09 in Radebeul am Haltepunkt Weisses Ross | |||
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| Und da ich mich an diesem Tag nun schon ein ganz, ganz klitzekleines Bisschen mit den Bahnsteigfliesen abgefunden hatte - von Gewöhnung möchte ich dann doch nicht sprechen - habe ich den nächsten Gegenzug auch noch abgelichtet. Die schönen Wagen, das Wetter und die typischen Weinberge machen das Motiv durchaus fotografierbar. An manche Modernitäten wird man sich wohl einfach gewöhnen müssen. In der nächsten Zeit bietet es sich an, die Herbstlaubfärbung bewusst einzusetzen und wieder mal paar ungewöhnliche Fotostellen zu suchen. Sehen wir mal, was daraus wird. | |||
| 99 1747 am 21.09.09 in Radebeul am Haltepunkt Weisses Ross | |||
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Wir schreiben September 2009. Vor einer Woche endeten die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Lößnitzgrundbahn nach einem Frontalzusammenstoß zweier Züge bei Friedewald unrühmlich und vorfristig. Nach dem gleichartigen schweren Unfall bei der Harzquerbahn Anfang der 90er Jahre hatte niemand mehr für möglich gehalten, dass so etwas wieder passiert. Und doch ist es wieder passiert. Nach über einer Woche gibt es nicht ansatzweise ein Ergebnis zur Ursache. Leider werden damit wieder wildesten Spekulationen Tür und Tor geöffnet. |
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| 99 1747 rollt am 21.09.09 unspektakulär im Bahnhof Radebeul-Ost aus. 120 Jahre ging es ohne befestigte Bahnsteige. Nun sieht es auch hier aus wie in einem Badezimmer. | |||
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99 1793 hat am 05.07.80 einen Güterzug aus Radeburg gebracht und fährt in Richtung Werkstatt bzw. zur Rollwagengrube. Die Wagen wurden im Allgemeinen gleich nach Ankunft abgeladen. Freilich stört mich heute der Turmmast der Fahrleitung auch, aber solche Fotos entstanden immer ungeplant, vielleicht gerade während des Ausschlackens oder beim Abölen oder Wassernehmen, auf jeden Fall immer im Dienst, da ging es nicht in erster Linie um "Schönheit". Man kann ja froh sein, wenn man überhaupt abgedrückt hat, denn Selbstverständliches kam nicht soooo oft auf den Film, der hier ein ORWO - Diafilm war. Ohne umfassende Bearbeitung geht das heute nicht nach dem Scannen. Der Tag war offensichtlich kein heißer und sonniger ... |
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| text und fotos, falls nicht anders erwähnt © hans-peter waack dresden letzte bearbeitung 24.01.10 | home | |||