Dečin - Praha CD-Kursbuchstrecke 090          CD jízdní řád železniční trať 090  
 
 
       
 

 

 

 

Der sächsisch-böhmische Freundschaftszug am 12.05.07 war Veranlassung, mal wieder in Richtung Prag zu fahren, obwohl ich dort ein gestörtes Verhältnis zur Mestka Policie habe. Der Grund war 475 179, die ich mal richtig in Aktion erleben wollte. 400 Tonnen Last versprachen Dampftraktion vom Feinsten. Das Wetter passte zunächst. Von Dresden nach Dečin ging es erst mal mit 52 8079 des Eigentümers dampf+. Der Zug fährt hier gleich durch den Bahnhof Dresden-Niedersedlitz.

 
       
 

Märchenmodus ein: 13.12.08 - Pioniergeburtstag. Der Freundschaftsrat schickte Pioniere der Region Radebeul / Dresden / Pirna in einem Freundschaftszug nach Prag um an den Feierlichkeiten der Rotmützen teilzunehmen. Die auf dem Titel des Mathebuches der 3.Klasse abgebildete Atomlok stand immer noch nicht zur Verfügung. Man behalf sich mit der Erklärung. dass es auf Grund der Machenschaften jenseits des Schutzwalles nach wie vor eine Dieselknappheit gibt und man deshalb eine alte Dampflok reaktivieren musste. Diese Lok wurde anlassbedingt mit einem festlichen Fahrwerksrot versehen. Keiner störte sich nun an dem Lärm und Dreck, den die moralisch

 
       
 

verschlissene Kriegsmaschine  erzeugen würde. Man kannte es nicht besser und den Pionieren war es "wurschtegal" - wenn es im Zug nur grüne Brause gab. Jedoch beobachteten sie, dass die Begleitpersonen zunehmend Bekleidungsvorschriften ignorierten, in dem sie nicht mehr vollständig in roten Kleidern oder Jacken erschienen. Auch gab es kaum noch Rotmützen auf den Unterwegsbahnhöfen und der Fahrplan wurde auch nicht veröffentlicht. Niemand musste wissen, dass die alte Maschine

 
   
   
  52 8079 am 13.12.08 in Pirna    
 

umherfuhr. Diese Züge waren für die Pionierleiter ein Problem, denn die deutschen Pioniere wollten sich mit den tschechischen austauschen, sollten das aber nicht wirklich, denn die Tendenz der Tschechen, Ihre Lokomotiven Prinzessin zu nennen, war ihnen suspekt. Die Pionierleiter wurden in ihren ärgsten Befürchtungen bestätigt, als die Tschechen ihre Drohung mit einer Prinzessin namens Liza wahr machten. Und die Tschechen nahmen das böse Wort Bodenbach in den Mund, dort

 
   
   
  52 8079 am 13.12.08 in Dečin    
 

wohnte die Prinzessin. Eine dunkle Macht sprach dann: "Mast bi" und es ward ein Mast zwischen den Gleisen, der das Antlitz von Liza störte, so dass ihre wahre Schönheit im Verborgenen blieb. Vor dem Zug ließen sie Liza ihre aristokratische Schuld abarbeiten. Das versöhnte die Pionierleiter, die sich freuten, dass sie ausgebeutet wurde, denn begriffen hatten die nischt. Im Speisewagen wurde mit den Pionieren "Wie reise ich richtig ins Bruderland" erörtert. Die hat es nicht interessiert. Die haben rote Brause

 
   
   
  475 179 am 13.12.08 in Dečin    
 

geschlürft. Grüne war aus. Sowieso böse Farbe gewesen. Die Grenzkontrolle an der Brudergrenze durch die Kontrollkasper verstörte nicht nur die Pioniere und alle gelobten, diese Grenze nicht mehr überschreiten zu wollen. In Prag angekommen haben die Pioniere aber ihren Standpunkt verteidigt. Konsequent. Am Glühweinstand.:o) Märchenmodus aus. Das Wetter war am 13.12.08 überhaupt nicht märchenhaft und überhaupt, das war ja auch kein richtiges Märchen...

 
   
   
  475 179 am 13.12.08 irgendwo bei Kralupy    
 

 

 

Prinzessin Lisa hat die Anstrengungen der letzten Jahre an sich gut verkraftet. Irgendwann brauchte der Kessel aber eine Auszeit. Doch die Pioniere waren am 19.12.09 wieder unterwegs. Was tun ? Eine andere Lokomotive nehmen. Aber was war das für ein Teekessel, der da in Dečin wartete und aus allen unmöglichen Löchern dampfte ? Es war 354 195. Die schafft das doch nie, den Zug mit rund 450 t von Dečin nach Praha Masarykovo nádraží zu befördern. Sie hat es geschafft. Man hat es gehört.

 
       
 

 

 

Im September 2009 feierte man 150 Jahre Aussig-Teplitzer Eisenbahn. 475 179, 486 007 und 498 022 waren zwei Tage lang vor einem Sonderzug aus feinen Bautzner Y-Wagen von Ŭsti nad Labem nach Teplice im Einsatz. 498 022 - der Albatros - und 486 007 - der grüne Anton - verabschieden sich am Nachmittag des 28.09.08 bei Kaiserwetter mit einer beeindruckenden Abfahrt aus Nordböhmen. So wie die Fuhre hier die Umgebung des Hauptbahnhof Usti n.L. schwärzt, besteht kein Zweifel, dass sie pünktlich ankommen wird.

 
       
 

 

 

 

 

 

 

 
         
 

 

 

a_498022_usti_210908_c_b800.jpg (152189 Byte)

486 007 und 498 022 verlassen den Bahnhof Usti n.L. in Richtung Heimat. Die Blaue fährt nach Prag und die Grüne wird in Prag auch noch für Filmaufnahmen posieren. Das linke Foto verdanke ich meiner lieben Frau.

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Am 12.05.07 war ich auf der Suche nach einer Fotostelle und da bot sich der Tunnel an. Doch da wurde gebaut und der Betrieb lief eingleisig. Und vor allem war es schon richtig dunkel. So taugt das Motiv überhaupt nichts. Also weiter. Vorher habe ich noch bei 123 014 draufgehalten... zu dokumentarischen Zwecken... weil sie gerade kam... Weitere Fotos waren auf Grund des Lichtes nicht sehr sinnvoll.

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123 014 kam am 12.05.07 in Litochovice wieder vorbei, als ich auf der Suche nach einem Motiv noch hier angehalten habe. Da wurde es aber auch schon dunkel und die Suche ging weiter. Es fing dann an zu regnen und vor Lovosice gab es einen schönen Stau, der Zeit kostete. Außerdem blieb über Lovosice die Wolke scheinbar stehen.

 
         
 

 

 

130 029 "überholt" am 29.07.07 den Nebenbahnretter 810 128 in Lovosice. Überholen stimmt ja nicht ganz, da die Brotbüchse in die andere Richtung abfahren wird. Auf ihrem langen Weg durch die Vulkane ...

 
         
 

 

 

Nachdem mit dem Auto die Durchfahrt Lovosice geschafft war, konnte man optimistisch annehmen,  dass es vielleicht doch heller geworden war. Mehr als eine Annahme war das nicht. Es regnete. Noch eine andere Fotostelle suchen, war nicht sinnvoll. Die Strecke stieg leicht an am Haltepunkt Lukavec. Gut für Klänge. Vielleicht wird das ja noch mit dem Wetter. Probefoto. 363 043 kommt im Wetlook daher. Aber sehr ausgeglichener Kontrast. 09:36 Uhr - die typische Zeit für eine Nachtaufnahme...

 
         
 

 

 

 

09:53 Uhr. Es wurde wenig heller und am Himmel zeigte sich ein Stück Blau. Trotzdem entstand das Bild im Regen. Was die Lok hier zeigte war echt beeindruckend. Mit schon ca. 80-90 km/h donnert sie in diesem Abschnitt aus dem Bahnhof und wird gleich den modernen Haltepunkt Lukavec erreichen. Bei der Fahrt von der Autobahn nach Kralupy kommt man zur Strecke und zum Bahnhof Nelahozeves. 10:21 Uhr. Die Sonne geht endlich auf. Man kann sich ja mal umsehen Fotos machen. Wie man dann feststellen

 
     
 

 

 

 

 

 
         
 

 

 

 

konnte, ist der Bahnhof fast vollständig mit Schallschutzwänden umstellt. Die fotografiere ich ja am liebsten. Also weiter. Aber da kommt noch ein Zug. Da hängt aber schon wieder 123 014 dran, die ich schon in Ústi und Litochovice gesehen hatte. Wenn sowas mal klappen soll, wird es garantiert nichts. Bedeutete das etwa, dass der Dampfzug noch nicht durch ist ? Genau das bedeutete das. Die schallschutzfreie Zone waren aber die modernen Bahnsteige. Die fotografiere ich ja am zweitliebsten.  Egal, lieber noch ein

 

 

 

 

         
 

ungeplantes Foto als keines mehr, denn dann nach Prag zu fahren, konnte man vergessen. Km-mäßig wäre es gegangen aber man findet am Ankunftsbahnhof nicht so ohne weiteres einen Parkplatz. Nach  10 min bretterte der Sonderzug tatsächlich durch den Bahnhof. Nach meinem Gefühl mit Vmax, also 100 km/h. Hier sind zwei Fotos. Eines vor dem gewünschten Motiv und eines danach, was heißen soll, es wäre schön gewesen, wenn man den Bahnhofsnamen ganz lesen könnte, weil der so schön ist. Aber der Fotograf war mächtig beeindruckt von der Durchfahrt und hat so ganz leicht

 
 

daneben abgedrückt. Jetzt wurde es doch noch einmal interessant, denn obwohl der Zug nun eigentlich weg war und auch eine leichte Verspätung hatte, war in Kralupy noch ein Aufenthalt vorgesehen. Paar Minuten waren davon schon "verbraucht", aber Wasser nehmen dauert ja trotzdem `ne Weile. So konnte man nach Kralupy noch was einplanen.

 
         
 

 

 

 

Wegen mangelnder Ortskenntnis entschied ich mich für die nächstgelegene Möglichkeit, an die Strecke zu kommen. Das ist Donany. So der Brüller war das auch nicht, aber viel Zeit war nicht zum Suchen. Zuerst kam 451 048, der typische Vorortverkehr-Triebzug. Ich weiß nicht so recht, ist der nun häßlich oder...?? 475 179 verabschiedete sich standesgemäß mit ordentlichen Klängen, als sie auf den Bildern den Haltepunkt Donany gerade verlassen hat. Nun war er bis Prag wirklich nicht mehr einzukriegen.

 

 

 

 

         
 

 

 

So war das doch recht lohnend dem Zug hinterher zu fahren. Aber der letzte Dampfzug an dem Tag war das noch nicht. Das wird eine andere Geschichte...

 
       
 

Es ist wieder der 13.12.08 und wieder der Sächsisch-Böhmische Zug der  Freundschaft, der 12., den die Flügelradtouristik nach Prag organisiert hatte. Die Verbindungen, die zwischen den Regionen geschaffen werden und die zwischen den Machern auf der deutschen Seite und bei der tschechischen Bahn bestehen, schaffen mehr Gemeinsamkeiten als die vor über 20 Jahren verordneten Krampftreffen. Der Zug entwickelt sich offenbar zu einer festen Größe im Raum Dresden/Nordböhmen. Das Geheimnis ist nicht nur der ungebrochene Zuglauf und der attraktiv gestaffelte Preis von 59/69/79 Euro.

 
 

 

 

Es ist neben lohnenden Zielen wie Prag und Karlsbad für alle was dabei. Für Fans die Loks, für Familien gemütliche Abteile und Erlebnis pur. Reichsbahn - Sitz - und Mitropa - Speisewagen mit netter Bedienung, tschechischen Bierpreisen gutem Angebot und wahrhaft gemütlichem Fahrgefühl gefallen. Und dann diese Dampfschwaden, die am Fenster vorbeiziehen und das offene Fenster zum Fühlen der Landschaft. Hier wird noch mit Wasser gekocht ! Das kennt die nachwachsende Generation, die seit Jahren auf die DB - Holz - Klasse zurück erzogen wird, nicht. Das zusammen macht das Angebot zu einer runden Sache und man fährt da gern wieder mit.

 
       
 

 

 

Beide Fotos wieder vom 19.12.09. 354 195 steht in Kralupy. Ohne das Nachschieben durch eine E-Lok, die den Zug auch geheizt hat, wäre es aber dennoch nicht so leichtfüßig gegangen. In Kralupy hat die Feuerwehr Wasser gespendet.

 
       

 

 

Für Nur - Fotografen gibt es von der Flügelradtouristik einen Fahrplan. Immer. Offensichtlich ist es auch für das Lokpersonal eine Freude, die Loks im Top-Zustand zu fahren und die Klänge sind ja nicht unwesentlich bei so einer Fahrt. Am 13.12.08 hat 375 179 den Bahnhof Masarykovo nádraží erreicht und die Reisenden haben jetzt 5 Stunden Gelegenheit, die Stadt zu erkunden.

 

 

 

 

     
   
 
 
 

 
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack dresden     letzte bearbeitung 21.12.09   home