Eisenbahn   Deutschland   Röblingen a See
Das Bahnbetriebswerk Röblingen a See
 
   
   
     
     
   
   
       
   Kleiner Beitrag zur Geschichte  
     
   Teil 1 - Von ca. 1872 bis 1900  
   Teil 2 - Von ca. 1900 bis 1945  
   Teil 3 - Von ca. 1945 bis 1970  
   Teil 4 - Von ca. 1971 bis 2007  
   Teil 5 - Die baulichen Anlagen  
     
   Die Heizlokomotiven  
   Ein bisschen Lokomotivstatistik  
   Ein paar Lokschilder  
   Einige Ereignisse um das Bw in einer Zeittafel  
     
  Der Wasserturm an der Weida  
     
 

Da bin ich wieder. Wir stiefeln mal zum höchsten Bauwerk von Röblingen - nach der Kirche. Ich war schon oft hier, nicht immer freiwillig. Aber es ist toll, wenn sich die Züge hier in die Kurve legen. Der typische Turm ist nun im Jahre 2013 schon mächtig ramponiert. Wie lange wird er wohl noch stehen ? Der Papa erzählt :

 
     
 

Bis zum Bau des Turmes erhielt das Bw das Wasser aus der sogenannten Topfsteinquelle bzw. aus dem Topfsteingrund bei Helfta. Auf der Seite Kupferspuren finden sich interessante Angaben zu dieser Quelle, besser könnte ich es auch nicht erklären. Eine neben den Gleisen verlegte Wasserleitung sorgte für den Transport nach Oberröblingen. Ein Teil des Wassers versorgte auch Erdeborn. 

Später nutzte man Wasser vom Adler - Kali - Schacht in Oberröblingen. Reichte im Sommer der Wasserdruck nicht aus, wurde ein Schieber zur sogenannten Nonnenquelle geöffnet. Dazu liegen mir im Moment keine Informationen vor.

Der Wasserturm wurde 1902 für das Bahnbetriebswerk errichtet um die Lokomotiven mit Wasser zu versorgen. Er besteht aus Feldsteinen, Kalk- und Ziegelsteinen. 

Das Wasser wurde aus der Weida gehoben und bis in das Bassin unter dem Dach gepumpt. An der Westseite des Turmes kann man noch ausmachen, wo sich der Pegelstandsanzeiger befand. An der östlichen Wand ist heute noch das Steigrohr vorhanden. 

Gleich nach Kriegsende 1945 wurde der Turm stillgelegt und zum Wohnhaus umgebaut. Noch 1945 zogen Umsiedler in den Turm ein. Sie "wohnten" unter dem Wasserbehälter. In den Fundamenten am Hang der Bahnstrecke wurden Tiere gehalten. Die großen Fenster wurden vergittert. Später wurden diese zugemauert.

 
         
 

An den Bildern fällt auf, dass der Turm offensichtlich mal um ca. 2m erhöht worden ist, wenn man dem Grafiker der alten Postkarte Glauben schenken darf ... Darüber hinaus gab es noch einen weiteren Wasserbehälter hinter dem Schuppen im Bw.


 29.01.83
 
     
         
 

 

 

 

Und weil der Wasserturm ziemlich typisch war und immer noch ist, bin ich immer mal hingegangen, wenn was "Wichtiges" kam. 44 0500 war es am 16.04.81 und 03 1010 kam am  04.09.82 vorbei.

   
         
 

 

 

  03001_rn_wt_031087_c_b1000.jpg (160953 Byte) und 03 001 am 03.10.87.    
 
         
 

 

 

  131001_rn_wt_290183_c_b1000.jpg (167360 Byte) 03 1010 am 04.09.82    
 
         
 

 

 

  v_18201_rn_wt_220691_c_b1000.jpg (200882 Byte) 18 201 - 22.06.1991 saxonia_rn_wt_151088_2_c_b1000.jpg (147806 Byte)    
 
         
 

 

 

  131006_rn_wt_001201_c_b1000.jpg (215633 Byte) 131 006 - 00.12.2001  250015_rn_wt_150991_c_b800.jpg (131987 Byte)    
 
         
     
  Der Lokschuppen  
       
 

Im Oktober 2007 hat man den Lokschuppen abgerissen. Daran war zur Aufnahmezeit des Fotos nicht zu denken, obwohl es schwierig einzuordnen ist. Nach vorliegenden Lageplänen war der Schuppen bis zum Jahre 1894 nur 3-gleisig. Die 3 Gleise sind vermutlich auf dem Bild in Form der 3 mittleren zu erkennen. Die 1894 erfolgte Erweiterung um 2 Gleise ist in einem Plan von 1901 dargestellt.   Foto Sammlung Waack

 
     
 

Im Jahre 1902 sind Werkstatt und soziale Einrichtungen errichtet worden. Die links zu sehenden Anbauten, zuletzt war das die Lokleitung, finden sich erstmals auf einem Plan von 1911. Im Schuppen steht links eine 94er, die die 94 1277 sein könnte.  Folgendes ist bekannt: Hersteller Maschinenfabrik Esslingen, als Essen 8647 abgeliefert nach Schlesien, 1925 von der DRG übernommen und als 94 1277 eingeordnet, 1945 bei der CSD verblieben, am 20.07.45 als 517.0500 eingeordnet, ab 07.09.45 als 537.0500 eingeordnet, bei CSD am 10.12.57 ausgemustert. Von (lew) erfahre ich: Lok ab 1945 bei der CSD verblieben, war davor bei einer Betriebsnummernzählung der Rbd Halle im Januar 1936 im Bw Leipzig Bayr Bhf. Im August 1943 von der RBD Halle als an die RBD Oppeln abgegeben, erfasst.

 
     
 

Man könnte auch annehmen, es ist die 94 1271. Das könnte sein, wenn das RAW Halle Erhaltungswerk für das Bw Fulda war. Dort war die Lok bis 1934. Vielleicht kam sie auch vom Bw Limburg, dort war die Lok vom 12.04.34 bis 01.03.52 und wurde dort am 04.03.66 ausgemustert. Es könnte dann möglicherweise eine RAW Probefahrt vom RAW Halle gewesen sein. Letzteres ist aber eher unwahrscheinlich. Man könnte weiterhin annehmen, es ist die 94 1221. Hier ist eine Stationierung am 25.07.45 im Bw Zwickau bekannt und ab 1957 beim Bw Magdeburg Rothensee. Am 11.04.74 wurde sie ausgemustert. Mit dem Aufnahmedatum ist es also etwas schwierig. Sie könnte also theoretisch ab 1936

 
     
 

bis 1943 auch im Bw On gewesen sein. Die Umzeichnung der preußischen Lokomotiven erfolgte im wesentlichen bis 1926. Zu diesem Zeitpunkt sollten alle Lokomotiven eingeordnet gewesen sein und hatten wohl auch ihre neuen Schilder mit den typischen breiten Ziffern. Diese Schilder wurden 1938  durch die Spitzziffern abgelöst, wie wir sie noch aus der Zeit bis 1970 bei der DR kennen. Man könnte nun davon ausgehen, dass die Aufnahme aus der Zeit bis 1938 stammt. Links sieht man schon  Bauaktivitäten. Der Umbau der  hölzernen  Front des Lokschuppen - wie auf dem Bild zu sehen - soll etwa 1932 erfolgt sein. Diese Datumsangabe scheint nun aber nicht zu stimmen. Schildermäßig ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Aufnahme zwischen 1936 und 1938 entstanden ist. Wegen der abgedunkelten

 
     
  lokschuppen_rn_um_1940_c_b800_small.jpg (29236 Byte)

Lampen muss man aber die Zeit ab 1939 auch berücksichtigen. In dieser Form hat der Schuppen praktisch bis auf wenige Änderungen bis zum Ende des Bw Röblingen bestanden. Auch das linke Foto, welches ich vor 30 Jahren dankenswerter Weise aus einem Familienalbum der Familie G. aus Röblingen abfotografieren konnte, lässt sich auf Grund der Einordnung im Album in die Kriegszeit des II. WK einordnen, auch weil die Pufferringe an der Lok im Schuppen Foto oben mit freundlicher Genehmigung B.G. (†)

 
     
 

zur besseren Erkennbarkeit der Lokomotiven bei abgedunkelten Lampen in dieser Zeit angebracht waren. Erst Anfang 1944 kamen Lokomotiven der Baureihen 58.10-21 und 58.2-3 ( ehemals preußische G 12 und badische G 12.1-7 -Anfang 1948 waren bereits 24 Loks vorhanden, höchster Bestand im Februar/März 1949 mit 28 Stück (nach 5) und einige 93 (preußische T14.1)  hinzu. Letztere übernahmen zeitweise auch den Personenverkehr zwischen Halle und Eisleben, was eher untypisch für das Bw Röblingen war. Damit wurden wiederum die T 16.1 aus dem Hauptstreckendienst verdrängt. 

In einer Liste der Rbd Halle vom 28.03.1944 gehörte das Bw Röblingen zusammen mit den Bw Großkorbetha, Halle G und Halle P sowie Merseburg nun zum Maschinenamt Cottbus der Rbd Halle, vorher nannte sich das Maschineninspektion. 

 
     
 

Über direkte Bombenangriffe auf die Anlagen des Bw im II. WK habe ich keine Kenntnis. In Röblingen selbst sind nach Erzählungen von Leuten, die diese Zeit hier erlebt haben, nur vereinzelt Bomben gefallen sein. Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass besonders ab 1943 eine große Anzahl der Lokomotiven auf den Strecken durch Angriffen aus Flugzeugen zu Schaden gekommen ist. Erzählungen berichten von gezielten Luftangriffen auf Züge. So soll es dem Lokpersonal eines Personenzuges gelungen sein, dem Zug nach mehrmaligem Hin - und Herfahren im Erdeborner Einschnitt Deckung zu geben. Trotzdem wurde durch die Terrorflieger erst die Lokomotive fahrunfähig gemacht und dann der Zug angegriffen. Bei Angriffen auf Züge sind wahrscheinlich auch Oberröblinger Personale ums Leben gekommen.

 
     
 

Krieg ist uncool, echt. Zurück zu Teil 1.

 
     
   
 
 
  text und fotos, falls nicht anders erwähnt   ©    hans-peter waack dresden königswinter falkensee      letzte bearbeitung 07/2016   home  
             
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