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| Das Bahnbetriebswerk Röblingen a See | ||||||||||
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| Kleiner Beitrag zur Geschichte 1872 - 1900 |
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Hi, ich heiße Felix. Wie schon oft in den letzten Jahren hatte mich der Papa 1999 wieder mal mit hingeschleppt, wo es was von der Eisenbahn zu fotografieren gibt. Ich bin ja damals ziemlich rumgekommen. Zum Beispiel nach Röblingen am See in Sachsen-Anhalt. Mein Papa sagt, er kennt sich hier aus. Glaub` ich ihm aufs Wort. Die Oma wohnt ja hier. Wir hatten es also an dem Vormittag nicht so weit zum alten Bahngelände. Aber der Papa nervte gleich wieder. Ich sollte mich doch nicht |
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so dreckig machen, wenn wir da durch gehen. Ha ! Am Ende war er froh, dass ich mich eingesaut habe, denn ich habe da mal meinem Forscherdrang freien Lauf gelassen und der Papa konnte es nicht glauben, was ich da erforscht habe. Mein Forschungsergebnis hängt |
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heute an der Wand bei ihm zu hause und ich gucke in die Luft. Na ja, nicht ganz. Ein CD - Brenner ist schon abgefallen. Ja, was wird das wohl gewesen sein, was dem Papa einen Brenner wert war ? Verrate ich später :-)) Aber sonst gab es nichts als Unkraut. Und dann war da noch die Geschichte mit dem See. Heißt ja Röblingen am See und das interessiert mich schon, wo der ist. Der ist ausgelaufen, sagt der Papa. Wie, will er später erzählen. Da bin ich aber gespannt, wie er da `raus kommt, von wegen ausgelaufen und so ... ha-ha. Hab` ich aber auch schon gehört und er hat mir schon mal eine alte Postkarte mit dem Seebad Oberröblingen gezeigt. Den Platz kenne ich natürlich, aber dass hier mal Wasser war, ist schon komisch. Und wenn ich nicht paar Bilder gesehen hätte, würde ich auch nicht glauben, dass hier vor dem Lokschuppen mal alles mit Lokomotiven voll gestanden hat. Am Eingang steht "Besucher in der Lokleitung melden". Was soll denn das sein? Der Papa sagt, da wurden die Pläne für den Einsatz der Lokomotiven gemacht und wer wann mit welcher Lok fährt. Das Wichtigste wäre aber eine funktionierende Kantine mit Kaffeemaschine gewesen. Kaffeemaschine? Ja, sagt der Papa, die |
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waren früher so groß wie ein Wagenrad. Aha. Sind `se ja heute wieder, wenn man will. Dann wollen wir uns mal auf den Weg durch das Gelände machen. Kommt mir sehr bekannt vor, das Chaos hier. Sieht ja echt krass aus. Woher kenne ich das bloß ? Der Papa fragt, ob mich das vielleicht an mein Zimmer erinnert ? Müsste ich erst überlegen ... hm ... dabei habe ich doch Weihnachten erst |
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aufgeräumt. Was meint der Papa bloß ? Ich werde nicken, denn ich wünsche mir einen DVD - Brenner zu Weihnachten. Ist ja bald :-) Ich lenke hier mal vom Thema Chaos im Kinderzimmer - gottseidank - ab und schiebe einen Werbeblock für die Oma ein. Wenn ich in Röblingen bin, wohne ich natürlich bei der Oma und die hat eine kleine Pension. Dort kann man sehr preiswert unterkommen, wenn man zum Beispiel die Eisenbahn hier besucht oder auf dem Weg zum |
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| 1838 Diskussion einer Eisenbahnstrecke von Halle nach Cassel über Röblingen und Nordhausen |
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Bereits ab 1838 diskutierte man eine Eisenbahnstrecke von Halle nach Cassel. Der Visionär Friedrich List favorisierte dabei eine Linienführung durch das Saaletal über Erfurt und im Jahre 1841 ist dann die Entscheidung getroffen worden, im wesentlichen den List`schen Vorschlag zu realisieren, verlor aber den Gedanken dennoch nicht aus den Augen, da die Wirtschaft und die Kommunen an diesem Verkehrsmittel interessiert waren. |
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...oh, oh - wenn es danach geht, bin ich auch Visionär. Ich sehe zum Beispiel ganz deutlich mein Schulzeugnis auf mich zukommen und da werden sicher auch Entscheidungen getroffen. Dagegen ist der Bau einer Eisenbahnlinie wahrscheinlich ein Sandkastenspiel... |
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Ein Sandkastenspiel war der Bau dieser Linie am Südrand des Harzes eben nicht, denn man verwarf die Linienführung vor allem auf Grund der schwierigen topografischen Verhältnisse und der damit verbundenen Kosten. 1864 begann man aber doch unter der Regie der Magdeburg - Cöthen - Halle - Leipziger - Eisenbahn - Gesellschaft den Bau der Halle-Casseler Zweigbahn genannten Eisenbahnstrecke über Röblingen, Sangerhausen und Nordhausen nach Kassel zu realisieren. Der Streckenabschnitt von Halle nach Eisleben, an dem der heutige kleine Ort Röblingen am See - bis 1952 Oberröblingen am See und nicht zu verwechseln mit Oberröblingen/Helme - liegt, wurde am 1.September 1865 eröffnet. Der durchgehende Verkehr wurde bis Nordhausen am 10.Juli 1866 aufgenommen. Am 09.07.1867 ging auch der Abschnitt Nordhausen - Arenshausen in Betrieb. Die Gesamtstrecke von Halle an der Saale nach `Cassel` war ab 13.März 1872 durchgehend befahrbar. |
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Die Gesellschaft hatte insgesamt 18 Personenzuglokomotiven, 24 Güterzugloks, 4 schwere Tenderlokomotiven für den Vorspann im hessischen Bergland, 4 leichte Tenderlokomotiven für den Rangierdienst und diverse Wagen vorgesehen. Im Oktober des Jahres 1867 waren davon 31 Lokomotiven vorhanden. Zwei der notwendigen Lokomotiven wurden zunächst in Eisleben - ca.12 km westlich von Oberröblingen am See - in einer zweiständigen Lokomotivstation, die sich nordwestlich des heute noch zu findenden Wasserturmes befand - stationiert. In Arenshausen gab es 6 Loks und in Halle waren 13 Maschinen stationiert. Alle waren von Borsig, Berlin, hergestellt worden. Sie wurden in den Jahren 1865-1867 geliefert. |
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Nach dem deutsch - französischen Krieg von 1870/71 setzte der preußische Staat den Bau der so genannten Kanonenbahn von Berlin nach Wetzlar durch und erwarb dazu den Abschnitt Blankenheim-Trennungsbahnhof - Leinefelde der Halle - Casseler - Eisenbahn. Die für die Strecke zu erwartende höhere Belastung war für die KPEV Anlass, im Jahre 1872 in Oberröblingen am See eine " Schiebelokstation " einzurichten. Das wird umso verständlicher, wenn man sich die Topografie der Strecke um Blankenheim ansieht. Und so wurden nach 4-jähriger Bauzeit die Anlagen des späteren Bahnbetriebswerkes im Jahre 1876 mit einem 3-ständigen Lokomotivschuppen dem Betrieb übergeben und 2 Lokomotiven stationiert. Über die ersten in Oberröblingen stationierten Lokomotiven ist nichts bekannt. Es ist aber anzunehmen. dass es sich um Borsig-Lokomotiven der Halle - Casseler Eisenbahn handelte und später werden es preußische Normalienlokomotiven gewesen sein. |
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...Ja, ja - preußische normale Lokomotiven, ich kenne nur normale Lokomotiven. Wie sahen denn die Loks hier früher aus ? |
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Na ja, immerhin wissen wir, dass die Loks 1876 stationiert worden sind. Und ziemlich wahrscheinlich waren es Borsiglokomotiven. So eine Lok hat heute und ich denke auch damals, eine so genannte normative Nutzungsdauer von ca. 25 Jahren. Man hat vermutlich Loks stationiert, die vom Baujahr her etwa zwischen 1850-1855 und 1876 gelegen haben. Da es anfangs |
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| Zeichnung aus Wikipedia | |||
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vornehmlich um das Nachschieben ging, werden das Güterzugmaschinen gewesen sein, obwohl die Differenzierung zwischen den Personenzug - und Güterzuglokomotiven damals noch nicht so ausgeprägt war. Links eine Lok etwa von 1870. Die Vielfalt an Lokomotiven der einzelnen Bahnen war |
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| Zeichnung aus Wikipedia |
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dazu enorm. Die bis dahin häufig eingesetzten so genannten Longboiler - Bauarten - meistens mit der Achsfolge 1`B -, welche in Preußen übrigens ab 1851 für den Einsatz vor schnell fahrenden Zügen verboten wurden, hat man wegen der ungünstigen Laufeigenschaften auf Grund des überhängenden langen Kessels bei zunehmenden Geschwindigkeiten nicht mehr gebaut bzw.man hat vorhandene durch Einbau von zusätzlichen Laufachsen vorn oder auch hinten umgebaut. Links eine Lok von etwa 1850. Die Loks |
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| Anzeigenvignette der Halle - Casseler Eisenbahn aus den Jahren 1864 und 1867, Sammlung Autor | |||
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wanderten dann meistens in den Güterzugdienst ab. Daraufhin setzte sich
ab ca. 1851/52 mehr und mehr die 1`B Bauart mit unterstütztem Stehkessel
durch, die solange gebaut wurde, dass sie sogar später noch zur
preußischen Normalienlokomotive wurde. Und auch die C - gekuppelten Lokomotiven wurden jetzt
zunehmend für den Güterverkehr beschafft. Solche könnten es also gewesen sein. |
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| Vignette eines Fahrplanes der Halle - Casseler Eisenbahn von 1869 Sammlung Autor | |||
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Lokomotiven gefunden, die den hier eingesetzten wohl doch sehr nahe kommen. Warum sollte eine Eisenbahngesellschaft mit dem Bild fremder Lokomotiven werben ? Aber sicher ist das freilich nicht. Der Einsatz der oben abgebildeten Loks ist aber wenigstens auf den genannten Streckenabschnitten und in den genannten Zeiträumen recht wahrscheinlich. |
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| Vignette einer Anzeige der Magdeburg - Cöthen - Halle - Leipziger Eisenbahn von 1872 | |||
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| Vignette eines Fahrplanes der Magdeburg - Cöthen - Halle - Leipziger Eisenbahn von 1872 Sammlung Autor | |||
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Und hier noch eine - zwar stilisierte - Ansicht einer Lok, aber doch informativ. Es handelt sich um eine Darstellung auf der Fahne der Halle - Casseler Eisenbahn aus dem Jahre 1876 und zeigt ein C-gekuppelte Lok. Die Tender hat man, wie oben zu sehen, in den Darstellungen meistens konsequent weggelassen, obwohl die Loks alle einen hatten. |
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| Darstellung aus: Lauerwald Die Halle-Kasseler Eisenbahn, transpress-verlag |
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Die sind ja auch ohne Tender echt cool. Aber genau solche, fast ähnliche, nur anders aussehende Loks, habe ich auch schon geknipst. Ich habe ja auch schon im vorigen Jahrhundert damit angefangen. Soll ich mal zeigen ?? Da... ich stehe rechts :-)
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Die Lokomotive, die den Eröffnungszug am 1.September 1865 von Halle nach Eisleben beförderte, hieß "Cyclop". Und vor kurzem habe ich dieses Foto gefunden. Das Bild zeigt die mit ziemlicher Sicherheit baugleiche Lok CENTAUR (BORSIG, Fabr.-Nr. 1728) der H.C.E. Die "Cyclop" war auch von Borsig und wurde mit der Fabr.-Nr. 1727 am 22.05.1865 an die Halle - Casseler Eisenbahn geliefert. Das war eine |
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| Foto Sammlung Autor |
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Auf
der steigungsreichen
Strecke nach Blankenheim
nahmen die Transporte
von Kohle, Erz, Kupfer,
Gips und Kali zu. Das
war Anlass,
stärkere Maschinen
der Gattungen T
3, T 9.2 und T 9.3 in
Oberröblingen zu
stationieren, die auch
den Verkehr auf den
Nebenstrecken einschließlich der
am 1.Mai 1980 eröffneten
Strecke
Teutschenthal-Salzmünde
übernommen haben.
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Während der Bauphase ging die erste Probefahrt der neu gebauten Saxonia von Halle /Saale nach Röblingen a See. Hier steht sie nach erfolgreicher Probefahrt noch ohne Verkleidung am 15.10.88 vor dem Schuppen. |
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Kenne ich natürlich :-) Nee, nee das war nicht alles. Das geht ja noch weiter, im Teil 2. |
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| text und fotos, falls nicht anders erwähnt © hans-peter waack dresden letzte bearbeitung 29.12.09 | home | |||